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Es wäre ein schwerer Fehler, wenn sich die neue schwarz-gelbe Bundesregierung für eine Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Kernkraftwerke entscheiden sollte.
„Wir erzeugen mit Atomkraftwerken nur relativ wenig Energie, ihre Gefahren sind jedoch ungeheuer“, sagte Dürr am Mittwoch in einem ddp-Interview in München. Stattdessen fordert der Wissenschaftler, so schnell wie möglich auf eine Vollversorgung mit Sonnenenergie zu setzen.
„Wenn wir es geschafft haben, in zehn Jahren einen Mann auf den Mond zu schießen, schaffen wir auch die solare Revolution“, sagt Dürr. Die Fantasie des Menschen sei im Prinzip unbegrenzt. Letztlich gehe es nur um die Frage, ob man bereit sei, die notwendigen Geldsummen in die Energiewende zu stecken.
Die solare Energiewende ist laut Dürr nur möglich, wenn auch die großindustriellen Strukturen der Energieerzeugung verändert werden. Die Energieherstellung müsse in der Hand der Bürger und Kommunen, nicht der Großkonzerne oder Staaten liegen. Aus diesem Grund sprach sich Dürr auch gegen das gigantische Wüstenstrom-Projekt Desertec aus, mit dem ein internationales Konsortium von Konzernen und Banken in der Sahara im großem Maße Sonnenstrom erzeugen und nach Europa übertragen will.
Die Energiewende muss nach Dürrs Ansicht mit einem grundlegenden Wandel des Lebensstils in den Industriestaaten einhergehen. „Wir müssen Lebensformen entwickeln, die mit wesentlich weniger Energie auskommen“
Hans–Peter Dürr, der in diesem Jahr 80 Jahre alt wurde, ist Mitglied des Club of Rome und war lange Jahre Direktor des Max-Planck-Instituts für Physik in München. Dürr gilt als wichtiger Impulsgeber der Internationalen Umwelt- und Friedensbewegung. 1987 erhielt er den Alternativen Nobelpreis. |